Viele Kunden fragen mich, wo der Unterschied zwischen Osteopathie und Chiropraktik ist.

Die Osteopathie wird oftmals als „weichere“ Behandlung angesehen, was sie in etlichen Teilen auch ist.

Ich möchte hier mit einfachen Worten (Experten verzeiehen bitte die vereinfachte Darstellung!) die unterschiedlichen „Therapien“ vorstellen.

Die Gedanken der Osteopathie beziehen sich auf den Körper als Gesamtbild, dabei fallen folgende „Therapien“ in den Sektor der Osteopathie:

  1. Faszientherapie

Faszien sind einfach gesprochen bindegewebige „Hüllen“ aller Körperstrukturen. Diese bilden ein großes Netz, welches über den Körper Bewegungen überträgt. So kommt es beispielsweise bei Problemen in einem Bereich zu Problemen in einem anderen Bereich des Körpers, der räumlich gesehen weit weg von der eigentlichen Problematik ist. Die Faszen können einfach gesprochen „verkleben“ und „verknoten“. Diese Bewegungseinschränkungen kann der Osteopath fühlen und lösen. Erfahrungsgemäß ist dies einfacher und effektiver, wenn vorher strukturelle Blockaden gelöst wurden.
Faszientherapie ist sehr angenehm und entspannend. Es sieht ein bisschen so aus, als würde der Osteopath nur „die Hände auflegen“.

2. Strukturelle Osteopathie

Die Strukturelle Osteopathie bezieht sich vor allem auf die knöchernen Strukturen. Dabei werden, ebenso wie in der Chriopraktik, Bewegungseinschränkungen aufgespürt und mit verschiedenen Techniken gelöst. Während die chiropraktischen Techniken „direkte“ Techniken sind (also den Impuls in Richtung der eingeschränkten Beweglichkeit geben), arbeiten viele Osteopathen mit „indirekten“ Techniken. Dabei wird der Wirbel erst in die Richtung gebracht, die gut beweglich ist. Es werden einige sogenannte „Release“ Momente abgewartet und der Wirbel ist anschließend oftmals auch in die vorher eingeschränkte Richtung wieder frei beweglich.

Ich arbeite je nach Tier und Blockade mit beiden Techniken je nach Bedarf. Ich empfinde es als Vorteil, mehrere Möglichkeiten zu kennen und zu beherrschen.

3. Craniosacal- Therapie

Das Gehirn und das Rückenmark sind von dem sogenannten Liquor umgeben („Gehirnwasser“). Dieser umspült das Gehirn und Rückenmark in einem Raum, der aus den Hirn- bzw. Rückenmarkshäuten (Meningen) gebildet wird. Diese Flüssigkeit wird in einem bestimmten Rhythmus durch diese Räume gepumpt. Dieser Rhythmus ist fühlbar und durch die Hände des Therapeuten beeinflussbar.

Die einzelnen Schädelknochen sind nicht komplett fest, sondern mit sogenannten „Suturen“ in gewissem Maße beweglich. Diese können ebenso blockieren oder gegeneinander „verschoben“ sein, wie Wirbel. Diese Bewegungseinschränkungen lassen sich ebenfalls fühlen und vorsichtig beheben.

Nicht alle Hunde lassen diese Form der Therapie gern zu.

4. Viszerale Osteopathie

Auch die Bauch-, Brust und Beckenorgane sind fühlbar und haben eine Beweglichkeit gegeneinander. Sie besitzen auch eine Eigenbewegung, welche fühlbar ist. Weicht diese von der „Norm“ ab, kann der Therapeut diese ertasten und vorsichtig beheben.

Hierbei sind beim Hund vor allem Leber, Magen und Darm häufig ein Gebiet, auf dem Probleme zu finden sind.